Hilfeleistung Gefahrgut Erkundung – Tanklastzug mit Natronlauge

Datum: 22. Januar 2019 
Alarmzeit: 17:15 Uhr 
Alarmierungsart: DME, Meldeempfänger 
Dauer: 8 Stunden 
Art: TH-Gefahrguteinsatz 
Einsatzort: BAB A1 – FR Bremen – Horstedt 
Einsatzleiter: Lutz Ertelt 
Mannschaftsstärke: 32 
Fahrzeuge: ELW 1, LF 16/12, TLF 24/48, LF 8, DLK 23/12, RW, GW-L, MTF 
Weitere Kräfte: BAB Polizei , Gerätewagen Gefahrgut , Rettungsdienst  


Einsatzbericht:

8/2019, 22.01.2019, 17:15 Uhr
Hilfeleistung Gefahrgut Erkundung, BAB A1 Wildeshausen-Nord FR Bremen Rastplatz, LKW vs. LKW Tanklastzug beschädigt
ELW, RW, TLF, LF 16, DLK, LF 8, GW-L, MTF, 32 Einsatzkräfte,  8 Stunden
Gerätewagen Gefahrgut (FF Ganderkesee)
FF Groß Ippener
FF Prinzhöfte-Horstedt
FF Klein Henstedt
(Eng) Am Dienstag Nachmittag wurden wir von der Großleitstelle Oldenburger Land mit dem Stichwort Hilfeleistung Gefahrgut Erkundung zu einem Rastplatz an der BAB A1 in Fahrtrichtung Bremen alarmiert. Dort war die Polizei bereits vor Ort. Es hatte einen Verkehrsunfall zwischen zwei LKW gegeben, bei denen ein Tanklastzug beteiligt war. Dieser sollte Gefahrgut geladen haben.
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An der Einsatzstelle wies uns die Polizei in die vorhandene Lage ein. Ein Tanklastzug mit 15.000 Litern Natronlauge war auf einen weiteren Sattelauflieger geprallt. Bei dem Zusammenstoß wurde das Fahrerhaus massiv deformiert und komplett zerstört. Das Problem: die seitlichen Bedien-/und Entnahmeeinrichtungen waren am Tanklastzug stark beschädigt. Des Weiteren wurde das Dach der Zugmaschine abgerissen und in den Tankauflieger gedrückt. Dabei wurde die Tankhülle beschädigt. Die auf der Anfahrt befindlichen Freiwilligen Feuerwehren aus der Gemeinde Harpstedt konnten die Alarmfahrt abbrechen und wieder einrücken.
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Bei der ersten Erkundung durch einen Trupp unter umluftunabhängigem Atemschutz konnte zunächst festgestellt werden, dass zu dem Zeitpunkt augenscheinlich keine Leckage entstanden war und kein Stoff austrat. Allerdings bestand die Gefahr, dass bei der Bergung durch den Riss im Tankauflieger Medium austreten könnte. Um dieser möglichen Gefahr entgegen zu wirken wurden Maßnahmen dafür ergriffen. Über die Polizei wurde die betroffene Spedition in Kenntnis gesetzt und ein weiterer Tanklastzug mit einer Ersatz-Zugmaschine zur Einsatzstelle angefordert. Aus dem verunfallten und beschädigten Tanklastzug sollte dann die Natronlauge umgepumpt werden. Die Anfahrt der Ersatzfahrzeuge wurde mit ca. 3 Stunden angegeben. Während dieser Zeit wurden Maßnahmen für einen Gefahrguteinsatz aufgebaut. Ein Ankleidezelt, dass beheizt ist, wurde aufgebaut sowie ein Dekontaminationsplatz. Des Weiteren wurde das LF 8 mit weiteren Einsatzkräften zur Einsatzstelle entsandt, die unter Vollschutzanzügen eingesetzt werden können. Die Drehleiter wurde zum Ausleuchten der gesamten Einsatzstelle in Stellung gebracht. Durch die Kollegen der Schnelleinsatzgruppe der Malteser aus Wildeshausen wurde ebenfalls ein beheiztes Zelt als Versorgungsstelle der Einsatzkräfte für den länger andauernden Einsatz errichtet. Hier wurden auch warme Speisen sowie Heißgetränke gereicht. Die Verpflegung war einmal mehr sehr lecker und hielt alle Einsatzkräfte bei dem langen Einsatz bei Laune. Ein Großer Dank geht somit an die Malteser aus Wildeshausen für die top Verpflegung.
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Nachdem die Firma mit den Ersatzfahrzeugen eingetroffen war, wurde das Medium aus dem verunfallten Tank umgepumpt. Mit dem Rüstwagen und der maschinellen Zugeinrichtung wurde die zerstörte Zugmaschine vom Auffliegen weggezogen und die neue Zugmaschine vorgefahren. Die Fahrt des Unfallaufliegers bis zu einer Reinigungsfirma für LKW im Dreieck Stuhr wurde vom Tanklöschfahrzeug und Rüstwagen zur Sicherheit begleitet. Nach dem Abbau der Gerätschaften wurde das Feuerwehrhaus angefahren. Dort mussten dann noch die Ausrüstungsgegenstände wieder einsatzbereit gemacht werden. Auch diese Maßnahmen nahmen noch einige Zeit in Anspruch, bis dann gegen 1 Uhr der Einsatz für alle Kameraden beendet war und sie zur Nachtruhe nach Hause fahren konnten.
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Bilder: D. Engels / J. Busch / D. Müller I